Kiefer, Lärche oder Eiche reagieren unterschiedlich auf Feuchtewechsel und Beschichtungen. Mit Widerstandsmessung, Oberflächenkratzproben und Geruchsbewertung lassen sich Schäden differenzieren. Braunfäule, Weißfäule oder Bläue verlangen gezielte, bleifreie Holzschutzstrategien, die Substanz bewahren. Lokale Ausbesserungen mit passenden Holzeinsätzen funktionieren nur, wenn Faserrichtung, Dichte und Jahresringe berücksichtigt werden. Eine gute Diagnose verhindert Überbehandlung, reduziert Materialverbrauch und erhält historische Qualität, statt sie unter dicken, wenig diffusionsfähigen Schichten zu verstecken.
Gezogene oder mundgeblasene Scheiben zeichnen sich durch Wellen, Schlieren und kleine Blasen aus, die Licht stimmungsvoll brechen. Alte Kittfugen zeigen Risse, Kreidung oder Schrumpfungen. Bleifreie Kittalternativen erlauben eine schonende Erneuerung, ohne historische Gläser zu gefährden. Datierung über optische Merkmale und Rahmenprofile hilft, Ersatzglas angemessen zu wählen. So bleibt der Charakter erhalten, während die Dichtheit steigt. Probenflächen und fotografische Nahaufnahmen schaffen Sicherheit, bevor großflächig gearbeitet wird.
Alte Dreh- und Kippbänder, Vorreiber, Scheren oder Espagnoletten verdienen eine sorgfältige Reinigung und Justage. Spiel kann durch Buchsen, Unterlegbleche und gezielte Schraubenerneuerung korrigiert werden. Statt aggressiver Entlacker eignen sich mechanische und feuchte Verfahren, die Metalloberflächen nicht angreifen. Bleifrei lackierte Beschläge korrodieren weniger, wenn geeignete Grundierungen und deckende Schichten eingesetzt werden. Eine gut gängige Mechanik schützt Glas, mindert Zugluft und verlängert Wartungsintervalle, weil Kräfte gleichmäßig verteilt und Verformungen rechtzeitig begrenzt werden.